Was kostet ein Krankheitstag in der Pflege?
Altenpflegekräfte waren 2025 im Schnitt 32,7 Tage krankgeschrieben, Beschäftigte in der Krankenpflege 25,8 Tage. Der Durchschnitt aller Berufstätigen lag bei 17,7 Tagen. Eine Altenpflegekraft fehlt damit rund zwei Wochen mehr im Jahr als andere Beschäftigte.
Für eine Einrichtung mit 80 Beschäftigten heißt das: An einem normalen Tag fehlen im Schnitt sieben Menschen. Fällt jemand am Sonntagabend für die Frühschicht aus, beginnt die Telefonkette. Am Ende springt eine Leiharbeitskraft ein oder eine Kollegin hängt eine Schicht dran. Der Lohn der erkrankten Person läuft in den ersten sechs Wochen weiter. Die Ersatzkraft kostet zusätzlich.
Deshalb liegen die tatsächlichen Kosten eines Krankheitstags deutlich über dem Tageslohn. Der Rechner zeigt, wie groß der Abstand in Ihrer Einrichtung ist.
So rechnet der Rechner
| Baustein | Rechnung |
|---|---|
| Tageskosten | Monatsbrutto × 12 ÷ 220 Arbeitstage, plus 20 % Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung. |
| Krankheitstage | Fehltage (Kalendertage) ÷ 365 ergibt den Krankenstand. Dieser Anteil wird auf 220 Arbeitstage angewendet. |
| Lohnfortzahlung | Nur die Tage innerhalb der ersten sechs Wochen je Erkrankung (§ 3 EFZG). Tage danach zahlt die Krankenkasse. Bei bis zu 30 Beschäftigten wird die gewählte U1-Erstattung abgezogen. |
| Leiharbeit | Kurzfristige Ausfalltage × Anteil Leiharbeit × eigene Tageskosten × (1 + Aufschlag). |
| Überstunden | Kurzfristige Ausfalltage × Anteil Überstunden × eigene Tageskosten × (1 + Zuschlag). |
| Umplanung | Kurzfristige Ausfalltage × Leitungsstunden × Stundenkosten. Qualitätsrisiken nur, wenn Sie sie einschalten. |
| Neubesetzung | Abgänge im Jahr × 8.000 € je Pflegefachkraft bzw. 3.000 € je Hilfskraft für Suche und Einarbeitung. |
| Wirkung | Weniger Fehltage und weniger kurzfristige Ausfälle werden multiplikativ verknüpft, damit nichts doppelt zählt. |
Häufige Fragen
Warum zählen Tage nach sechs Wochen nicht zur Lohnfortzahlung?
Ab der siebten Woche einer Erkrankung zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Langzeitfälle sind selten, aber lang: Laut WIdO machen Erkrankungen über sechs Wochen nur 3,3 % der Krankmeldungen aus, verursachen aber über 40 % aller Fehltage. Ein Teil dieser Tage liegt innerhalb der ersten sechs Wochen und wird vom Arbeitgeber bezahlt. Der Rest nicht. Der Rechner setzt dafür rund 25 % an. Die Schicht muss trotzdem besetzt werden.
Was ist die U1-Erstattung?
Arbeitgeber mit bis zu 30 Beschäftigten nehmen am Umlageverfahren U1 teil. Sie zahlen eine Umlage und bekommen dafür einen Teil der Lohnfortzahlung erstattet, je nach gewähltem Satz meist zwischen 40 und 80 %. Für kleine Einrichtungen sinken die direkten Kosten dadurch spürbar.
Wie wirkt ein Gesundheitsbudget auf den Krankenstand?
Ein Gesundheitsbudget erstattet Beschäftigten private Gesundheitskosten, etwa für Physiotherapie, Brillen oder Vorsorge, und erleichtert oft den Zugang zu Facharztterminen. Wie stark das den Krankenstand senkt, ist bisher nicht durch Studien belegt. Deshalb zeigt der Rechner zuerst die Schwelle: wie viele Krankheitstage je Kopf vermieden werden müssen, damit sich das Budget trägt.
Sind die Ergebnisse verbindlich?
Nein. Der Rechner gibt eine Orientierung auf Basis Ihrer Eingaben und öffentlicher Durchschnittswerte. Für eine belastbare Rechnung brauchen Sie die eigenen Zahlen aus Dienstplan und Lohnbuchhaltung.
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Quellen
- Techniker Krankenkasse: Pflegekräfte haben deutlich mehr Fehltage, Pressemitteilung vom 11.05.2026 (Daten 2025). tk.de
- WIdO: Fehlzeiten-Bilanz 2025, Pressemitteilung März 2026. presseportal.de
- § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) und Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG) zum U1-Verfahren.
Dieser Rechner dient der Orientierung und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Versicherungsberatung. Alle Wirkungswerte zum Gesundheitsbudget sind Annahmen. Stand der Zahlen: Oktober 2026.