Warum der Krankenstand teurer ist, als er aussieht
Ein Krankheitstag kostet Sie mindestens den Tageslohn plus die Arbeitgeberbeiträge. Bei 3.300 Euro brutto sind das rund 216 Euro. Dazu kommt, was der Tag im Betrieb auslöst: Ein Kollege macht Überstunden, eine Schicht bleibt dünn besetzt, ein Auftrag wartet. Diese Folgekosten sind in vielen Betrieben höher als der Lohn selbst. Weil sie schwer zu belegen sind, zeigt der Rechner sie nur, wenn Sie sie eintragen.
Die Lohnfortzahlung gilt sechs Wochen je Erkrankung. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Weil Langzeitfälle einen großen Teil der Fehltage ausmachen, zieht der Rechner diese Tage ab. Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten bekommen über die Umlage U1 einen Teil der Lohnfortzahlung erstattet.
Die Schwelle statt einer Renditeversprechung
Ob ein Gesundheitsprogramm wirkt, hängt von der Umsetzung ab. Seriös vorhersagen lässt sich das nicht. Der Rechner dreht die Frage deshalb um: Wie viele Fehltage je Kopf muss das Budget im Jahr vermeiden, damit es sich selbst bezahlt? Liegt die Schwelle bei einem Tag und Ihre Leute fehlen 25 Tage, ist das eine realistische Aufgabe.
So rechnet der Rechner
| Größe | Rechnung |
|---|---|
| Krankheitstage | Beschäftigte × 220 Arbeitstage × Fehltage ÷ 365 |
| Tageskosten | Monatsbrutto × 12 ÷ 220, plus 20 % Arbeitgeberanteil |
| Lohnfortzahlung | Krankheitstage ohne Langzeitanteil × Tageskosten, minus U1 auf den Bruttolohn |
| Schwelle | Budget im Jahr ÷ Kosten je Krankheitstag ÷ Beschäftigte |
| Gehaltsvergleich | Bruttoerhöhung, die netto so viel bringt wie das steuerfreie Budget. Steuerklasse I, ohne Kinder, Werte 2026 |
Häufige Fragen
Woher bekomme ich meinen eigenen Krankenstand?
Ihre Lohnabrechnung kennt die Fehltage. Viele Krankenkassen erstellen außerdem kostenlos einen betrieblichen Gesundheitsbericht, wenn genug Beschäftigte bei ihnen versichert sind.
Was zählt zum steuerfreien Gesundheitsbudget?
Zertifizierte Präventionskurse und Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, zum Beispiel ein Gesundheitstag oder eine Rückenschule im Betrieb. Beiträge für Fitnessstudios zählen nicht. Unser Gesundheitsförderungs-Check zeigt die Einstufung im Einzelnen.
Gibt es Rechner für einzelne Branchen?
Ja. Für Pflege, Handwerk und Logistik gibt es eigene Rechner mit Leiharbeit, verlorenem Umsatz und Subunternehmern.
Passende Werkzeuge
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Quellen
- DAK-Gesundheit: Krankenstand 2025, Pressemitteilung vom 20.1.2026. dak.de
- AOK Rheinland/Hamburg: Krankenstand nach Branchen 2025 (20.2.2026). aok.de
- WIdO: Fehlzeiten-Bilanz 2025. presseportal.de
- vdek: iga.Report 28 zur Wirksamkeit betrieblicher Gesundheitsförderung. vdek.com
- taxmaro: U1-Erstattungssätze. taxmaro.com
Dieser Rechner dient der Orientierung und ersetzt keine Beratung. Die Wirkung eines Gesundheitsbudgets ist eine Annahme und kein Versprechen. Stand: Oktober 2026.