Krankenstand im Handwerk: Was kostet ein Krankheitstag Ihren Betrieb wirklich?

Fehlt ein Geselle, läuft sein Lohn weiter. Die Baustelle wartet, der Meister plant um, der Rest des Teams macht Überstunden. Rechnen Sie in zwei Minuten durch, was das Ihren Betrieb im Jahr kostet.

7,11 %Krankenstand im Handwerk 2025, rund 26 Fehltage je Kopf
10,07 %Krankenstand im Gerüstbau, Spitzenwert 2025
246 Tagebleibt eine offene Stelle im Handwerk im Schnitt unbesetzt
Quellen: AOK Rheinland/Hamburg, Handwerksauswertung 2025 (Okt. 2026), Bundesagentur für Arbeit über Deutsches Handwerksblatt (Sept. 2026)
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Wählen Sie den passenden Krankenstand als Ausgangspunkt. Alle Werte lassen sich danach anpassen.

1. Ihr Betrieb

Diese Angaben bestimmen die Lohnfortzahlung, also das Geld, das ohne Gegenleistung fließt.

15

Alle, inklusive Büro. Ohne Azubis.

3.300 €
26,0

Kalendertage. Entspricht einem Krankenstand von 7,1 %.

30 %

Ab der 7. Woche zahlt die Kasse Krankengeld. Im Handwerk sind lange Ausfälle häufiger als anderswo.

Bis 30 Beschäftigte erstattet die Kasse einen Teil der Lohnfortzahlung. Satz laut Ihrer Wahl.

75 %

Wer auf der Baustelle oder in der Werkstatt abrechenbare Stunden leistet.

Lohnfortzahlung im Jahr, nach Erstattung17.771 € (U1 erstattet 17.771 €)

2. Was mit der Arbeit passiert

Fällt ein Geselle aus, gibt es drei Wege: Kollegen machen Überstunden, der Auftrag wird verschoben, oder er geht verloren. Verschobene Aufträge rechnet der Rechner ohne Mehrkosten.

65 €

Üblich sind 50 bis 80 € je Stunde.

6,0 h

Ohne Fahrzeiten, Rüstzeiten und Leerlauf.

30 %
+25 %

Laut Tarif oder Arbeitsvertrag.

25 %

Auftrag abgesagt, an andere gegangen oder Stunden nicht abrechenbar.

Überstunden und entgangener Deckungsbeitrag21.950 €

3. Umplanung durch den Meister

Jede Krankmeldung heißt: Kunden anrufen, Kolonnen neu einteilen, Material umbestellen.

2,3

AOK-Durchschnitt: 2,3 Krankmeldungen je Beschäftigtem.

2,0 h
45 €/h

Inklusive Arbeitgeberanteil.

Umplanung im Jahr3.105 €

4. Kündigungen und offene Stellen

Wer geht, hinterlässt eine Lücke. Bis sie gefüllt ist, fehlen abrechenbare Stunden.

12 %

Anteil der Beschäftigten, die jährlich gehen.

5.000 €

Anzeigen, Gespräche, Einarbeitungszeit. Ihr eigener Erfahrungswert.

8,0

Handwerk 2025 im Schnitt rund 8 Monate.

50 %

Anteil der fehlenden Stunden, die nicht anders aufgefangen werden.

Neubesetzung im Jahr26.226 € (1,8 Abgänge)

5. Gesundheitsbudget: Kosten und Annahmen

Belastbare Studien zur Wirkung eines Gesundheitsbudgets auf den Krankenstand gibt es noch nicht. Deshalb steht im Ergebnis zuerst die Schwelle: ab wie vielen vermiedenen Krankheitstagen sich das Budget trägt. Die Annahmen sind bewusst vorsichtig.

20 €

Bis 50 € im Monat als Sachbezug steuer- und beitragsfrei möglich, wenn die Freigrenze nicht anders genutzt wird.

5 %
5 %

Was kostet ein Krankheitstag im Handwerk?

Im Handwerk waren 2025 an jedem Tag gut sieben von 100 Beschäftigten krankgeschrieben. Das ergab eine Auswertung der AOK Rheinland/Hamburg für rund 300.000 Versicherte. Am höchsten lag der Krankenstand im Gerüstbau mit 10,07 %, bei Maurerarbeiten mit 9,52 % und in der Zimmerei mit 8,46 %. Rücken, Gelenke und Verletzungen sind die typischen Gründe.

Für einen Betrieb mit 15 Beschäftigten heißt das: An jedem Arbeitstag fehlt rechnerisch einer. Am Montagmorgen ruft der Geselle an, der für die Badsanierung eingeplant war. Der Meister telefoniert mit dem Kunden, schiebt die Kolonne um und fährt selbst raus. Der Lohn des Kranken läuft weiter. Die Stunden auf der Baustelle fehlen trotzdem.

Anders als in der Pflege springt im Handwerk selten eine Leiharbeitskraft ein. Der größte versteckte Posten ist deshalb der Umsatz, der nicht entsteht. Der Rechner zeigt ihn getrennt von der Lohnfortzahlung, damit nichts doppelt zählt.

So rechnet der Rechner

BausteinRechnung
TageskostenMonatsbrutto × 12 ÷ 220 Arbeitstage, plus 20 % Arbeitgeberanteil.
KrankheitstageFehltage (Kalendertage) ÷ 365 ergibt den Krankenstand. Dieser Anteil wird auf 220 Arbeitstage angewendet.
LohnfortzahlungNur Tage in den ersten sechs Wochen je Erkrankung (§ 3 EFZG). Bei bis zu 30 Beschäftigten wird die gewählte U1-Erstattung abgezogen.
ÜberstundenAusfalltage gewerblicher Beschäftigter × Anteil Überstunden × Tageskosten × (1 + Zuschlag).
Verlorener UmsatzAusfalltage gewerblicher Beschäftigter × Anteil Verlust × (abrechenbare Stunden × Stundensatz − Tageskosten). Der Lohn steckt schon in der Lohnfortzahlung und wird hier abgezogen.
UmplanungBeschäftigte × Krankmeldungen je Kopf × Stunden je Meldung × Stundenkosten Meister.
NeubesetzungAbgänge im Jahr × Kosten für Suche und Einarbeitung. Dazu für gewerbliche Abgänge der entgangene Deckungsbeitrag in der Zeit bis zur Neubesetzung.

Häufige Fragen

Warum wird beim verlorenen Umsatz der Lohn abgezogen?

Der Lohn des kranken Mitarbeiters ist bereits als Lohnfortzahlung erfasst. Verloren geht zusätzlich nur das, was über seine Personalkosten hinaus erwirtschaftet worden wäre: der Deckungsbeitrag für Gemeinkosten und Gewinn. Ohne diesen Abzug würde der Lohn doppelt gezählt.

Was ist die U1-Erstattung?

Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten nehmen am Umlageverfahren U1 teil. Sie zahlen eine Umlage und bekommen dafür einen Teil der Lohnfortzahlung erstattet, je nach gewähltem Satz meist zwischen 40 und 80 %. Die meisten Handwerksbetriebe liegen in diesem Bereich.

Wie wirkt ein Gesundheitsbudget auf den Krankenstand?

Ein Gesundheitsbudget erstattet Beschäftigten private Gesundheitskosten, etwa für Physiotherapie, Zahnersatz, Brillen oder Vorsorge. Wie stark das den Krankenstand senkt, ist bisher nicht durch Studien belegt. Deshalb zeigt der Rechner zuerst, wie viele Krankheitstage je Kopf vermieden werden müssen, damit sich das Budget trägt.

Sind die Ergebnisse verbindlich?

Nein. Der Rechner gibt eine Orientierung auf Basis Ihrer Eingaben und öffentlicher Durchschnittswerte. Für eine belastbare Rechnung brauchen Sie die Zahlen aus Lohnbuchhaltung und Nachkalkulation.

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Quellen

Dieser Rechner dient der Orientierung und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Versicherungsberatung. Die Krankenstandswerte stammen aus einer regionalen AOK-Auswertung und können in Ihrem Bundesland abweichen. Alle Wirkungswerte zum Gesundheitsbudget sind Annahmen. Stand: Oktober 2026.

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