Woraus die Kosten einer Kündigung bestehen
Wenn eine Fachkraft kündigt, beginnt der Verlust lange vor dem letzten Arbeitstag. In der Kündigungsfrist sinkt die Leistung, Resturlaub kommt dazu. Dann ist die Stelle leer. Kollegen springen mit Überstunden ein, manches bleibt liegen. Die Suche kostet Anzeigen und viele Stunden für Gespräche. Und die neue Kraft braucht Monate, bis sie so schnell ist wie die alte, und bindet in dieser Zeit erfahrene Kollegen.
Studien nennen Werte zwischen knapp einem und zwei Jahresgehältern je Abgang. Diese Zahlen sind oft alt und schwer nachzuprüfen. Der Rechner nutzt deshalb keine Pauschale, sondern rechnet die einzelnen Posten mit Ihren Werten.
So rechnet der Rechner
| Posten | Rechnung |
|---|---|
| Monatskosten der Stelle | Monatsbrutto plus rund 21 % Arbeitgeberanteil und Umlagen |
| Kündigungsphase | Wochen × 25 % Minderleistung × Monatskosten × Wertschöpfungsfaktor |
| Vakanz | Aufgefangener Teil: Überstundenzuschlag 25 % auf die Monatskosten. Liegengebliebener Teil: Monatskosten × (Wertschöpfung minus 1), weil der Lohn der leeren Stelle gespart wird |
| Recruiting | Externe Kosten plus interne Stunden × 60 € |
| Einarbeitung | Monate × 50 % Minderleistung × Monatskosten × Wertschöpfung, plus Stunden der Kollegen zum Stundensatz der Stelle |
| Schwelle | Bindungsbudget im Jahr ÷ Kosten je Kündigung |
Häufige Fragen
Welche Fluktuationsquote ist normal?
Das hängt stark von Branche und Stelle ab. Die 33 % des IW zählen alle begonnenen und beendeten Jobs am Arbeitsmarkt, also auch Befristungen und kurze Jobs. Für Ihren Betrieb zählt nur, wie viele Mitarbeiter von sich aus gehen. Eine Quote von 5 bis 10 % ist bei Fachkräften verbreitet.
Warum wird der Lohn während der Vakanz abgezogen?
Weil Sie ihn nicht zahlen. Wer das vergisst, rechnet die Kosten zu hoch. Teuer wird die Vakanz durch Überstunden und durch Arbeit, die nicht erledigt wird und Umsatz kostet.
Was hält Mitarbeiter im Betrieb?
Führung, Arbeitsklima und Bezahlung stehen vorn. Benefits wirken, wenn sie spürbar sind und zur Belegschaft passen, etwa eine betriebliche Krankenversicherung, ein Gesundheitsbudget oder eine Betriebsrente mit Arbeitgeberbeitrag. Viele davon sind steuer- und beitragsfrei und bringen netto mehr als die gleiche Summe als Gehalt.
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Quellen
- IW Köln: Kurzbericht Fluktuation 2023. iwkoeln.de
- Sage: Fluktuationskosten verstehen und berechnen (mit Verweis auf die Studie des Kompetenz Centers Mitarbeiterbefragung 2016). sage.com
- Deutsches Handwerksblatt: Hohe Kosten durch lange Vakanzen (1.9.2026). handwerksblatt.de
Dieser Rechner dient der Orientierung. Alle Werte sind Annahmen, die Sie an Ihren Betrieb anpassen. Die Wirkung von Benefits auf Kündigungen ist nicht vorhersagbar. Stand: Oktober 2026.