Krankenstand in der Logistik: Was kostet ein Krankheitstag Ihre Spedition oder Ihr Lager wirklich?

Fehlt ein Fahrer, muss die Tour trotzdem raus. Ein Kollege fährt doppelt, eine Aushilfe springt ein oder ein Subunternehmer übernimmt. Rechnen Sie in zwei Minuten durch, was das Ihren Betrieb im Jahr kostet.

7,51 %Krankenstand Verkehr und Lagerei 2025, rund 27 Fehltage je Kopf
28,8 TageFehltage je Lkw-Fahrer, rund 10 Tage über dem Schnitt
über 70.000Lkw-Fahrer fehlen in Deutschland
Quellen: AOK Rheinland/Hamburg (Feb. 2026, Daten 2025), Gesundheitsreport Logistik von Barmer und Jobmatch.me (Daten 2020), BGL (Jan. 2026)
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Wählen Sie den passenden Krankenstand als Ausgangspunkt. Alle Werte lassen sich danach anpassen.

1. Ihr Betrieb

Diese Angaben bestimmen die Lohnfortzahlung, also das Geld, das ohne Gegenleistung fließt.

40

Alle, inklusive Disposition und Verwaltung.

3.100 €
27,4

Kalendertage. Entspricht einem Krankenstand von 7,5 %.

25 %

Ab der 7. Woche zahlt die Kasse Krankengeld. Grobwert aus WIdO-Daten: rund 25 %.

80 %

Wer auf einer Tour oder in einer Schicht fest eingeplant ist.

Lohnfortzahlung im Jahr, nach Erstattung100.532 €

2. Wer die Tour oder Schicht übernimmt

Fällt jemand aus Fahrdienst oder Lager aus, muss die Arbeit trotzdem erledigt werden. Der Lohn der kranken Person läuft weiter. Jeder Ersatz kostet zusätzlich.

30 %
+50 %

Aufschlag gegenüber den eigenen Personalkosten je Tag.

35 %

Laut Tarif oder Arbeitsvertrag. Lenk- und Ruhezeiten begrenzen diesen Weg bei Fahrern.

+25 %
15 %
150 €

Preis des Subunternehmers minus eigene Kosten für Fahrer und Fahrzeug. Schätzwert, bitte mit eigenen Rechnungen prüfen.

0 €

Vertragsstrafen, Sonderfahrten, verlorene Fracht. Nur eintragen, wenn Sie einen Erfahrungswert haben.

Ohne Ersatz bleiben: 20 % der Ausfalltage.

Ersatz und Ausfall im Jahr107.061 €

3. Umplanung in der Disposition

Jede Krankmeldung um fünf Uhr früh heißt: Touren neu verteilen, Kunden informieren, Ersatz organisieren.

2,3

AOK-Durchschnitt: 2,3 Krankmeldungen je Beschäftigtem.

1,5 h
38 €/h

Inklusive Arbeitgeberanteil.

Umplanung im Jahr5.244 €

4. Kündigungen und offene Stellen

Wer geht, hinterlässt eine Lücke. Bis sie gefüllt ist, fahren Subunternehmer oder Kollegen mehr.

15 %

Anteil der Beschäftigten, die jährlich gehen.

4.000 €

Anzeigen, Gespräche, Einweisung, Mitfahrten. Ihr eigener Erfahrungswert.

4,0

Eigener Erfahrungswert. Bei Lkw-Fahrern oft deutlich länger als im Lager.

50 %

Anteil der offenen Tage, die ein Subunternehmer zu den Mehrkosten aus Abschnitt 2 übernimmt.

Neubesetzung im Jahr50.400 € (6,0 Abgänge)

5. Gesundheitsbudget: Kosten und Annahmen

Belastbare Studien zur Wirkung eines Gesundheitsbudgets auf den Krankenstand gibt es noch nicht. Deshalb steht im Ergebnis zuerst die Schwelle: ab wie vielen vermiedenen Krankheitstagen sich das Budget trägt. Die Annahmen sind bewusst vorsichtig.

20 €

Bis 50 € im Monat als Sachbezug steuer- und beitragsfrei möglich, wenn die Freigrenze nicht anders genutzt wird.

5 %
5 %

Was kostet ein Krankheitstag in der Logistik?

In der Branche Verkehr und Lagerei lag der Krankenstand 2025 bei 7,51 %, über dem Durchschnitt aller Branchen von 7,01 % in derselben Auswertung der AOK Rheinland/Hamburg. Lkw-Fahrer fehlten in einer früheren Barmer-Auswertung im Schnitt 28,8 Tage im Jahr, knapp zehn Tage mehr als andere Berufstätige. Rücken, Gelenke und Verletzungen stehen an erster Stelle. In Kurier-, Express- und Paketdiensten fielen Beschäftigte 2025 allein wegen Muskel- und Skeletterkrankungen 8,3 Tage aus, gegenüber 6,6 Tagen im Schnitt aller Branchen.

Für eine Spedition mit 40 Beschäftigten heißt das: An fast jedem Arbeitstag fehlen drei Menschen. Um fünf Uhr ruft der Fahrer an, der die Tour mit 18 Stopps fahren sollte. Der Disponent verteilt um, fragt einen Kollegen, der noch Lenkzeit übrig hat, und telefoniert am Ende mit einem Subunternehmer. Der Lohn des Kranken läuft weiter. Der Subunternehmer schreibt seine eigene Rechnung.

Dazu kommt der Fahrermangel. Laut BGL fehlen über 70.000 Lkw-Fahrer. Jedes Jahr gehen 30.000 bis 35.000 aus Altersgründen, nur 15.000 bis 20.000 kommen nach. Wer einen Fahrer verliert, findet so schnell keinen neuen.

So rechnet der Rechner

BausteinRechnung
TageskostenMonatsbrutto × 12 ÷ 220 Arbeitstage, plus 20 % Arbeitgeberanteil.
KrankheitstageFehltage (Kalendertage) ÷ 365 ergibt den Krankenstand. Dieser Anteil wird auf 220 Arbeitstage angewendet.
LohnfortzahlungNur Tage in den ersten sechs Wochen je Erkrankung (§ 3 EFZG). Bei bis zu 30 Beschäftigten wird die gewählte U1-Erstattung abgezogen.
Aushilfe, LeiharbeitAusfalltage in Fahrdienst und Lager × Anteil × Tageskosten × (1 + Aufschlag).
ÜberstundenAusfalltage in Fahrdienst und Lager × Anteil × Tageskosten × (1 + Zuschlag).
SubunternehmerAusfalltage in Fahrdienst und Lager × Anteil × Mehrkosten je Tag.
Ohne ErsatzRestliche Ausfalltage × Kosten je Tag ohne Ersatz. Voreingestellt auf 0 €.
DispositionBeschäftigte × Krankmeldungen je Kopf × Stunden je Meldung × Stundenkosten.
NeubesetzungAbgänge im Jahr × Kosten für Suche und Einarbeitung. Dazu für Fahrdienst und Lager die Mehrkosten durch Fremdvergabe bis zur Neubesetzung.

Häufige Fragen

Warum sind Überstunden bei Fahrern begrenzt?

Lenk- und Ruhezeiten sind gesetzlich festgelegt. Ein Fahrer kann eine zweite Tour nicht beliebig dranhängen. Im Lager ist der Spielraum größer. Deshalb lohnt es sich, die Anteile für den eigenen Betrieb realistisch einzustellen.

Warum ist „Kosten je Tag ohne Ersatz“ auf 0 € gestellt?

Ob eine ausgefallene Tour etwas kostet, hängt stark vom Kunden ab. In der Kontraktlogistik gibt es oft Vertragsstrafen, im Stückgut wird eher verschoben. Ohne eigenen Erfahrungswert rechnet der Rechner hier lieber nichts.

Was ist die U1-Erstattung?

Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten nehmen am Umlageverfahren U1 teil. Sie zahlen eine Umlage und bekommen dafür einen Teil der Lohnfortzahlung erstattet, je nach gewähltem Satz meist zwischen 40 und 80 %.

Wie wirkt ein Gesundheitsbudget auf den Krankenstand?

Ein Gesundheitsbudget erstattet Beschäftigten private Gesundheitskosten, etwa für Physiotherapie, Zahnersatz, Brillen oder Vorsorge. Wie stark das den Krankenstand senkt, ist bisher nicht durch Studien belegt. Deshalb zeigt der Rechner zuerst, wie viele Krankheitstage je Kopf vermieden werden müssen, damit sich das Budget trägt.

Sind die Ergebnisse verbindlich?

Nein. Der Rechner gibt eine Orientierung auf Basis Ihrer Eingaben und öffentlicher Durchschnittswerte. Für eine belastbare Rechnung brauchen Sie die Zahlen aus Lohnbuchhaltung, Disposition und Subunternehmer-Abrechnung.

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Quellen

Dieser Rechner dient der Orientierung und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Versicherungsberatung. Die Branchenwerte stammen aus einer regionalen AOK-Auswertung, der Fahrerwert aus Daten von 2020. Werte in Ihrem Betrieb können abweichen. Alle Wirkungswerte zum Gesundheitsbudget sind Annahmen. Stand: Oktober 2026.

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