Krankenstand in der Pflege: Was kostet ein Krankheitstag Ihre Einrichtung wirklich?

Die Lohnfortzahlung ist nur der sichtbare Teil. Leiharbeit, Überstunden, Umplanung und Kündigungen kommen dazu. Rechnen Sie es für Ihre Einrichtung in zwei Minuten durch.

32,7 TageFehltage je Altenpflegekraft 2025
17,7 TageFehltage im Schnitt aller Berufe 2025
über 40 %der Fehltage entfallen auf Fälle über 6 Wochen
Quellen: TK-Auswertung Pflegekräfte (Mai 2026, Daten 2025), WIdO Fehlzeiten-Bilanz 2025 (März 2026)

Schnellstart

Wählen Sie eine Größe als Ausgangspunkt. Danach passen Sie die Werte an.

1. Ihre Einrichtung

Diese Angaben bestimmen die direkten Kosten: die Lohnfortzahlung.

80

Voll- und Teilzeit zusammen.

3.200 €

Durchschnitt über alle Beschäftigten.

32,7

Kalendertage. Altenpflege 2025: 32,7. Entspricht einem Krankenstand von 9,0 %.

25 %

Ab der 7. Woche zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Grobwert aus WIdO-Daten: rund 25 %.

16 %

Anteil der Beschäftigten, die jährlich gehen.

70 %

Fachkräfte sind teurer neu zu besetzen als Hilfskräfte.

Lohnfortzahlung im Jahr, nach Erstattung247.696 €

2. Ersatz für kurzfristige Ausfälle

Fällt jemand kurzfristig aus, läuft der Lohn weiter. Die Schicht muss trotzdem besetzt werden. Diese Kosten kommen obendrauf.

60 %

Meldung am selben Tag oder am Vortag. Erfahrungswert, mit dem eigenen Dienstplan prüfen.

35 %
+55 %

Aufschlag gegenüber den eigenen Personalkosten je Tag.

45 %
+25 %

Laut Tarif. Bei reinem Freizeitausgleich niedrig ansetzen.

Ersatzkosten im Jahr218.963 €

3. Umplanung und Qualität

Jeder kurzfristige Ausfall kostet Leitungszeit für Dienstplan und Telefonkette. Diese Zeit lässt sich messen.

1,5 h
28 €/h

Inklusive Arbeitgeberanteil.

Umplanung und Qualität im Jahr39.735 €

4. Gesundheitsbudget: Kosten und Annahmen

Belastbare Studien zur Wirkung eines Gesundheitsbudgets auf den Krankenstand gibt es noch nicht. Deshalb steht oben rechts die wichtigere Zahl: ab wie vielen vermiedenen Krankheitstagen sich das Budget trägt. Die Annahmen unten sind bewusst vorsichtig voreingestellt.

20 €

Bis 50 € im Monat als Sachbezug steuer- und beitragsfrei möglich, wenn die Freigrenze nicht anders genutzt wird.

5 %
5 %
5 %

Was kostet ein Krankheitstag in der Pflege?

Altenpflegekräfte waren 2025 im Schnitt 32,7 Tage krankgeschrieben, Beschäftigte in der Krankenpflege 25,8 Tage. Der Durchschnitt aller Berufstätigen lag bei 17,7 Tagen. Eine Altenpflegekraft fehlt damit rund zwei Wochen mehr im Jahr als andere Beschäftigte.

Für eine Einrichtung mit 80 Beschäftigten heißt das: An einem normalen Tag fehlen im Schnitt sieben Menschen. Fällt jemand am Sonntagabend für die Frühschicht aus, beginnt die Telefonkette. Am Ende springt eine Leiharbeitskraft ein oder eine Kollegin hängt eine Schicht dran. Der Lohn der erkrankten Person läuft in den ersten sechs Wochen weiter. Die Ersatzkraft kostet zusätzlich.

Deshalb liegen die tatsächlichen Kosten eines Krankheitstags deutlich über dem Tageslohn. Der Rechner zeigt, wie groß der Abstand in Ihrer Einrichtung ist.

So rechnet der Rechner

BausteinRechnung
TageskostenMonatsbrutto × 12 ÷ 220 Arbeitstage, plus 20 % Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung.
KrankheitstageFehltage (Kalendertage) ÷ 365 ergibt den Krankenstand. Dieser Anteil wird auf 220 Arbeitstage angewendet.
LohnfortzahlungNur die Tage innerhalb der ersten sechs Wochen je Erkrankung (§ 3 EFZG). Tage danach zahlt die Krankenkasse. Bei bis zu 30 Beschäftigten wird die gewählte U1-Erstattung abgezogen.
LeiharbeitKurzfristige Ausfalltage × Anteil Leiharbeit × eigene Tageskosten × (1 + Aufschlag).
ÜberstundenKurzfristige Ausfalltage × Anteil Überstunden × eigene Tageskosten × (1 + Zuschlag).
UmplanungKurzfristige Ausfalltage × Leitungsstunden × Stundenkosten. Qualitätsrisiken nur, wenn Sie sie einschalten.
NeubesetzungAbgänge im Jahr × 8.000 € je Pflegefachkraft bzw. 3.000 € je Hilfskraft für Suche und Einarbeitung.
WirkungWeniger Fehltage und weniger kurzfristige Ausfälle werden multiplikativ verknüpft, damit nichts doppelt zählt.

Häufige Fragen

Warum zählen Tage nach sechs Wochen nicht zur Lohnfortzahlung?

Ab der siebten Woche einer Erkrankung zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Langzeitfälle sind selten, aber lang: Laut WIdO machen Erkrankungen über sechs Wochen nur 3,3 % der Krankmeldungen aus, verursachen aber über 40 % aller Fehltage. Ein Teil dieser Tage liegt innerhalb der ersten sechs Wochen und wird vom Arbeitgeber bezahlt. Der Rest nicht. Der Rechner setzt dafür rund 25 % an. Die Schicht muss trotzdem besetzt werden.

Was ist die U1-Erstattung?

Arbeitgeber mit bis zu 30 Beschäftigten nehmen am Umlageverfahren U1 teil. Sie zahlen eine Umlage und bekommen dafür einen Teil der Lohnfortzahlung erstattet, je nach gewähltem Satz meist zwischen 40 und 80 %. Für kleine Einrichtungen sinken die direkten Kosten dadurch spürbar.

Wie wirkt ein Gesundheitsbudget auf den Krankenstand?

Ein Gesundheitsbudget erstattet Beschäftigten private Gesundheitskosten, etwa für Physiotherapie, Brillen oder Vorsorge, und erleichtert oft den Zugang zu Facharztterminen. Wie stark das den Krankenstand senkt, ist bisher nicht durch Studien belegt. Deshalb zeigt der Rechner zuerst die Schwelle: wie viele Krankheitstage je Kopf vermieden werden müssen, damit sich das Budget trägt.

Sind die Ergebnisse verbindlich?

Nein. Der Rechner gibt eine Orientierung auf Basis Ihrer Eingaben und öffentlicher Durchschnittswerte. Für eine belastbare Rechnung brauchen Sie die eigenen Zahlen aus Dienstplan und Lohnbuchhaltung.

Quellen

Dieser Rechner dient der Orientierung und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Versicherungsberatung. Alle Wirkungswerte zum Gesundheitsbudget sind Annahmen. Stand der Zahlen: Oktober 2026.

Lieber gemeinsam rechnen?

Wir gehen Ihr Ergebnis in einem Gespräch durch.

Termin buchen